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zitat

Krankheit kann ein Weg
zu mehr Individualität sein.

- Monika Minder -

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Wenn man seine Träume verliert, verliert man sein Leben. Hier erhalten Sie ein schönes expressionistisches Gedicht und weitere Gedichte von dem deutschen Schriftsteller Walter Rheiner sowie gute Links- und Bücher-Tipps.

Wehe! Auf!

Wehe über uns! - Wir haben den Traum verloren.
Nackt frieren die Bäume. Regen wusch ihre ab.
Nicht mehr singt das Haus. Keller wuchs auf bis zum Dach.
Mond starrt unbeweglich. Bleich. Er weint nicht mehr.

Wehe uns! ist uns entschwunden.
Hohl lärmt der Tag. Wald splittert, Gerümpel grau.
Haupt im Azur kreiset nicht mehr, summende Geige.
Höhle ward die Brust. Düster. Es tropft. Es knirscht.

Wehe! Die Sonne zerging. Sirius verlosch. Die Wolke
Floh uns. Nun stehen wir in gelben Jahres Ruine.
Keine Wimper streut Licht. Auge verklang, und die Hand,
Die gestirnte Hand ward trockenes Holz!

Wehe! Unser Herz schlugen wir tot. Die Wand,
Des Himmels schwarzes Gemäuer bedeckt uns. Ach,
Kein Seufzer tröstet uns, kein Lied.
Nur Schnee Verschüttete unser Haar. Ohr Hirn-Muschel
fängt nicht mehr Gottes Gesang.

Verloren sind wir. Wehe! Leer,
Vertan in Raum und Zeit. Uhr. Knarrender Stuhl.
Wo blieb des Sterbens Süsse? - Wo blieb
der bunte Tod? Wer stahl uns die letzte Lust?

Diebe sind wir! Einander haben wir uns geraubt
Das Leben, den Tod, den grösseren Traum, den Schlaf.
Und das teuerste Gut: Musik,
unsere Heimat, unserer Mutter Schoß.
Und kosmische Milchbrust: tönendes Firmament!

Wehe über uns, da Träne versiegte! Vors Antlitz
Geschlagene Hand hält mürbe Maske nur noch,
Die schält sich vom Haupt, Tapete, widerlich fremd.
Und die Adern sterben; melodisches Netz zerfällt.

Eines nur blieb uns: der Schmerz! die Flamme!
Fliegende Glut, bohrender Brand. Die Fackel!
Die Flamme blieb uns. Das Tiefste blieb uns.
Der Fluch ist unser, der sausende Schmerz!

So prassele auf, du: Flammender Mensch!
Aus dem Feuer des Schmerzes schaffe die Neue Welt!
Aus der Flamme
Baue dich auf! Bilde den züngelnden Leib! O! Erstrahle-:
Zehrendes Herz, wogendes Hirn.

Schlag empor, Schmerzensmensch, Leuchtkegel,
Flammenturm, lodernder Dom!

(Walter Rheiner, 1895-1925, deutscher Schriftsteller)

Morgen

Da das Herz im Schlaf erzittert,
Lunge schwebt empor.
Licht erstrahlt durch Wimpern-Gitter.

Aufgedreht der Raum! Ein Chor
Klarer Stimmen. Pyramide.
Gläsern, Saite, klingt das Ohr.

In das Wirrsal land ich wieder.
Träne netzt den Mund.
Wolken schlingen sich im Liede.

Schläfe Mosaik. Wie bunt
Rieselt Himmel! Nebeldach
Schwärmt näher, und

Ein vergeßner Ätherbach
Badet süß das Haupt.
Du Verstoßner, Mensch! erwach:

- Innige Heimat, Heimat Schlafes, trunkne Heimat Dir geraubt!

(Walter Rheiner, 1895-1925, deutscher Schriftsteller)

Komm, holder Schnee

Komm, holder Schnee! Verschütte dies schwere Herz!
Mit deiner Gnade zaubre die Träne starr,
so aus der ewigen Quelle rinnet,
täglich geboren, geliebt noch immer.
O gib, dass mir aus dieser verlorenen Qual,
der bittern, werde das grosse, das ernste Grab,
darin ich mich zur Ruhe finde:
weinende, liebend erlöste Seele.

(Walter Rheiner, 1895-1925, deutscher Schriftsteller)



Trauer

Die Strasse seufzt. Schattende Winde hocken
nieder auf Plätzen. Bronzene Plätze weinen
über den Abend hin, der aus blauer Ferne gleitet
Wolke schmilzt in der Frauen sterbenden Locken.
Leise wankt das verhangene Haus. Aus dem reinen
Äther sinkt ein zerfallender Mond herab. Und breiter
dampft der Atem der Stadt. Es tropft
Nacht, ein fremdes Meer, das an die Fenster klopft.

Wir sind begraben. Schwarz und mit Erde gefüllt
starrt unser Mund. Das Haar, Traube
bitteren Trankes voll, ist verwelkt und tot.
Schon nahet die letzte Stunde, die uns in Kälte hüllt.
Wir hören den Klang der Gestirne nicht mehr. Blinde wir, Taube.

Wir fühlen das Blut nicht mehr. Verblasst ist sein Rot.
Niedergestürzt, zersprungene Säulen, über Trümmern liegen
Trümmer wir selbst im Feld. Doch über uns hin zahllose
Schwärme schreiender Vögel fliegen...

(Walter Rheiner, 1895-1925, deutscher Schriftsteller)

Totenmesse

Nun liegen ihre Leiber halb verscharrt,
geborsten und verwittert tief im Sand.
Verworren züngelt Haar, hoch wächst die Hand,
greift in die Nacht, die auf den Zinnen harrt.

Verkohlte Städte schwelen lang vorbei,
und Brücken flattern schief und ausgezackt.
Die Sonne stürzt, schäumender Katarakt,
auf morsche Schädel, Augen fahl wie Blei.

Durch ihre Zähne pfeift ein süßer Wind,
der warm und rosig ist von frischem Blut.
(- In Abendröten weiden Lämmer gut. -)
Schon quellen sie verwesend aufwärts lind,

durchdringen, Freunde, sich mit ihrem Duft,
umarmen sich in lächelnder Spirale.
Die kühlen Sterne sind mit einem Male
ganz nah und kreisen singend durch die Luft.

Im Rauch verbrannter Zimmer nisten sie sich ein.
Sie fahren aufgelöst durch Ozeane.
Erkennen unten Schiffe, zitternd klein:
sie, des Planeten großgewölbte Fahne.

(Walter Rheiner, 1895-1925, deutscher Schriftsteller)

> Walter Rheiner, Leben und Werke


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