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Orientalische Liebesgedichte


LIEBESGEDICHTE von
Clemens Brentano
Christian Morgenstern
Friedrich Rückert
J.W. von Goethe
Max Dauthendey
Rainer Maria Rilke
Sidonie Grünwald-Zerkowitz
Yvan und Claire Goll


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zitat

Ohne Musik wäre das Leben
ein Irrtum.

- Friedrich Nietzsche -

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Rhytmische Texte, schöne Verse und Reime von bekannten und unbekannten Autoren/innen. Klassische und moderne Prosa Gedichte.

Ich ging so durch die Stadt

Es war ein milder Tag im Februar,
ich ging so durch die Stadt.
Ein Schaudern wollte über mich kommen,
weil alles so gross und laut war.
Ob man hier die Liebe finden kann,
ging es so durch meinen Kopf.
Wo alles so laut und gross,
so hektisch und so voll ist!
Ich ging so durch die Stadt,
es war ein milder Tag im Februar.

(© Marie A.H.)

Ich will meine Augen rot weinen

Ich will meine Augen rot weinen,
Weil deine um mich geweint haben.
Ewig soll mein Weh leben,
Darum, daß ich deinem Weh Leben gab.
Wie scharfe Messer soll mich das zerschneiden,
Und wenn mein Weh darum
Zu schwach ist zum Weinen,
Soll es scharf klingen
Aus meinem Lachen.
Ob ich lache oder weine -
Mein Leben soll eine Buße sein,
Darum, daß ich dich betrübte.

(Julie Kruse, 1883-1944, deutsche Dichterin)

Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkeln unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süsses Lied!

- Rainer Maria Rilke, 1875-1926, deutsch-österreichischer Dichter -


> mehr Rilke Liebesgedichte

Seelenleer

Mit leerem Blick
Steh ich am Strassenrand
Noch deinen Zettel in der Hand
... nicht die Einzige ...

Wie Spiesse peitschen die aufgeschwollenen
Regentropfen in mein Gesicht.
Schatten wie Schreie
Seelenleer
Wie wenn etwas in mir
gestorben wär.

(© Monika Minder)

Es wäre schön

Es wäre schön so durch die Zeit
wie durch den Weihnachtsmarkt
zu bummeln und hie und da sich
einen Punch zu gönnen.
Es wäre schön so durch das Leben
wie durch die Liebe sich reif zu singen,
und durch das Oben und das Unten
uns in die Mitte zu bringen.

(© M. B. Hermann)



Ich hab dich bebend umschlungen

Ich hab dich bebend umschlungen,
Schreiend in meiner Liebe,
Doch du hast mich nicht hören, fühlen wollen,
Nun werd ich dich nie wieder lieben,
Die Blume, die für dich nur blühte,
Und die ich tränkte mit meinen Tränen,
Die mußte schnell eingehn,
Weil du sie nicht pflegtest,
Und ich kann nicht mehr weinen,
Darum ist sie tot.
Nun wirst du mich nie wieder finden -
Und liefst du um mich um die ganze Erde
Und suchtest mich auf allen Sternen -
Und würdest du mich finden,
Wär ich doch nicht dein.
Wenn du einst einsam gehst
Auf nie umblühten Wegen
Und sehnst dich nach der Blume,
Die für dich nur blühte,
Getränkt von meinen Tränen,
Und um dich verblühte,
So sehne dich
Und stirb in deiner Reue.

(Julie Kruse, 1883-1944, deutsche Dichterin)



Der Strauss

Wir wollen uns nicht mehr sorgen, komm! wir wollen lieber die Hecken hingehn und die goldenen Felder draussen und all die Unrast einmal hinter uns lassen, mit der wir uns so müd und unfroh machen müssen. Nimm deinen Hut! Ich hab so Sehnsucht aus all den Mauern und aus all dem Lärm hinaus! ... nach Frieden, Rast und Ruhe!

Und du sollst mitkommen! ganz still!

Und dann ... wollen wir uns freuen draussen über den blauen Himmel, die goldenen Felder und die grünen Wiesen und einen Strauss Blumen mitnehmen und ihn zu Hause auf den Tisch stellen, so dass wir immer denken müssen, wie schön es sein kann, und immer wieder froh und mutig werden!

(Cäsar Flaischlen, 1864-1920, deutscher Lyriker und Mundartdichter)

aus: Alltag und Sonne, Gedichte in Prosa.

Die Erde war so lange geizig

Die Erde war so lange geizig,
Da kam der Mai, und sie ward spendabel,
Und alles lacht, und jauchzt, und freut sich,
Ich aber bin nicht zu lachen kapabel.

Die Blumen sprießen, die Glöcklein schallen,
Die Vögel sprechen wie in der Fabel;
Mir aber will das Gespräch nicht gefallen,
Ich finde alles miserabel.

Das Menschenvolk mich ennuyieret,
Sogar der Freund, der sonst passabel;
Das kömmt, weil man Madame titulieret
Mein süßes Liebchen, so süß und aimabel.

(Heinrich Heine, 1797-1856, deutscher Dichter und Schriftsteller)



Mein Liebeslied

Auf deinen Wangen liegen
Goldene Tauben.

Aber dein Herz ist ein Wirbelwind,
Dein Blut rauscht, wie mein Blut -

Süß
An Himbeersträuchern vorbei.

O, ich denke an dich - -
Die Nacht frage nur.

Niemand kann so schön
Mit deinen Händen spielen,

Schlösser bauen, wie ich
Aus Goldfinger;

Burgen mit hohen Türmen!
Strandräuber sind wir dann.

Wenn du da bist,
Bin ich immer reich.

Du nimmst mich so zu dir,
Ich sehe dein Herz sternen.

Schillernde Eidechsen
Sind deine Geweide.

Du bist ganz aus Gold -
Alle Lippen halten den Atem an.

(Else Lasker-Schüler, 1869-1945, deutsche Dichterin)

Mädchen

Sie halten den Abend der Stuben nicht aus.
Sie schleichen in tiefe Sternstrassen hinaus.
Wie weich ist die Welt im Laternenwind!
Wie seltsam summend das Leben zerrinnt ...

Sie laufen an Gärten und Häusern vorbei,
Als ob ganz fern ein Leuchten sei,
Und sehen jeden lüsternen Mann,
Wie einen süssen Herrn Heiland an.

- Alfred Lichtenstein, 1889-1914, deutscher expressionistischer Schriftsteller -

aus: die Dämmerung.

Man darf fast alles heute

Man darf fast alles heute,
vor allem schenken,
an den Fingernägeln kauen
oder sich verrenken.

Man darf fast alles heute,
vor allem konsumieren.
Fingernägel wachsen nach,
anderes gibt zu studieren.

Man darf fast alles heute,
vor allem grösser werden.
Grösser sein macht Leute,
wie die wohl sterben werden?

Man tut fast alles heute,
sagen Dichter,
nur beim Denken
sind sie sich nicht sicher.

(© Jo M. Wysser)

Liebe zur Lüge

Wenn du vorbeigehst, lässig stolze Schöne,
Umwogt vom Geigenklang, vom lauten Fest,
Die Glieder leise wiegst im Takt der Töne,
Den müden Blick gelangweilt schweifen lässt,

Wenn ich betrachte bei des Gaslichts Strahlen
Die bleiche Stirn von krankem Reiz umblüht,
Auf der die Abendfackeln Frührot malen,
Den Blick, der wie aus alten Bildern glüht,

Dann denk ich: schön ist sie und hochgemutet,
Erinnrung krönt sie wie ein schwerer Reif,
Ihr Herz, das wie ein dunkler Pfirsich blutet,
Ist, wie ihr Leib, wissender Liebe reif.

Bist du die Herbstfrucht voller Saft und Süsse?
Die dunkle Urne, die der Tränen harrt,
Schmeichelndes Lager, Duft vom Paradiese,
Der Korb, dem eine Last von Blumen ward?

Ich weiss, die Augen, die so traurig dunkeln,
Verbergen kein Geheimnis tief und schwer,
Sind Schreine nur, drin nie Juwelen funkeln,
Tief wie der Himmel, wie der Himmel leer.

Jedoch mein Herz, von Wahrheit wundgequälet,
Dem Hülle nur und Schein die Welt versüsst,
Fragt nicht, ob töricht du und unbeseelet,
Die Schönheit bet‘ ich an! Sei mir gegrüsst!

(Charles Baudelaire, 1821-1867, französischer Schriftsteller)

Lied des Trotzes

Es lebt noch eine Flamme,
es grünt noch eine Saat -
verzage nicht, noch bange:
Im Anfang war die Tat!

Die finstern Wolken lagern
schwer auf dem greisen Land,
die welken Blätter rascheln,
was glänzt ist Herbstestand ...

Den Blick zum Staub gewendet,
so hasten sie dahin,
verdüstert ihre Stirnen,
dumpf und gemein ihr Sinn.

Doch seh ich Fäuste zittern
und Schläfen fühl ich glühn,
Zornadern seh ich schwellen,
manch Auge trotzig sprühn ...

Es lebt noch eine Flamme,
es grünt noch eine Saat -
verzage nich, noch bange:
im Anfang war die Tat!

- Otto Erich Hartleben, 1864-1905, deutscher Dramatiker, Lyriker, Erzähler -

aus: meine Verse.

Liebesode

Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein.
Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind,
und unsrer Atemzüge Frieden
trug er hinaus in die helle Mondnacht. -

Und aus dem Garten tastete zagend sich
ein Rosenduft an unserer Liebe Bett
und gab uns wundervolle Träume,
Träume des Rausches - so reich an Sehnsucht!

- Otto Erich Hartleben, 1864-1905, deutscher Dramatiker, Lyriker, Erzähler -

aus: meine Verse.

> mehr Sommer Gedichte

Glück

Nun war es Sommer und die Rosen blühn
und blaue Sterne blitzen durch die Nacht ...
und durch die Nacht und ihre blühenden Rosen
und ihre glück-tieffrohe Stille hingehen wir ... zwei selige Kinder ...
und endlos vor uns breitet sich ... in wunderbarer Helle,
von reifendem Korn durchrauscht, die schöne Welt.

- Cäsar Flaischlen, 1864-1920, deutscher Lyriker und Mundartdichter -

aus: Alltag und Sonne, Gedichte in Prosa.

Südlicher Frühling

Zu rasch und farbensatt kommt er,
als dass wir seine Luft
mit zitterndem Verliebtsein spürten.
Wenn nicht die Mandelbäumchen
rosige Zartheit
wie kindliche Küsse
in den blauen Himmel hauchten,
wir würden alles schwer
wie Sommer fühlen.

Kamelien leuchten tödlich rot
aus düster glänzendem Laub,
und in Gewinden feiern
Rosen und Glycinientrauben
tausendfache Feste.
An weisser Mauer baden sich
die grünen Eidechsen
in gleissenden Strahlen.
Sie sind der Sonne zierlichste Getreue.
Und wo du gehst,
rascheln es von Getier.

- Dann in des Haines Schatten ruhend
schliessen sich die sonnenmüden Lider.
Und um dich wogt
ein ewig wiederkehrendes Tönen,
von Mückensang und Blumenatmen.
Das hüllt dich ein
und trägt dich fort
auf seidigen Schwingen
in das Reich der wandellosen Schönheit.

(Francisca Stöcklin, 1894-1931, schweizer Lyrikerin, Erzählerin, Malerin)

Quelle: Lyrik und Prosa, Herausgegeben von Beatrice Mall-Grob, Verlag Paul Haupt Bern, Stuttgart, Wien, 1994, S. 61.


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