Liebesgedichte Liebessprüche Gedichte Liebe Freundschaft Gedichte Abschied Gedichte Sehnsucht Gedichte Liebe Zitate
Danke Gedichte Hochzeit Gedichte Muttertag Gedichte Valentinstag Gedichte
Prosa Geschichten








Liebesbriefe Germaine de Staël



__________________________

LIEBESBRIEFE
- Bettina von Arnim
- Charlotte von Kalb
- Germaine de Staël
- Paula Modersohn-Becker
- Schiller Friedrich
- Schlegel Friedrich
- Voltaire


Erzählungen
Geschichten
Kurzgeschichten
Prosa Gedichte
Prosa



LIEBESGEDICHTE von
Brentano
Goethe
Rilke
Sidonie Grünwald-Zerkowitz
Yvan und Claire Goll


__________________________

zitat

Die Pracht der Gärten aber hat
stets die Liebe zur Natur zur
Voraussetzung.

- Germaine de Staël -

_______________________







Sie erhalten hier eine Auswahl schöner Liebesbriefe, geschrieben von der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël an Adolf Ludwig Ribbing

April 1794

Ach, wie fühle ich, dass mein Leben an das Ihre gebunden ist!
Wenn ich Sie erblassen sehe, dann weicht mir das Blut aus dem Herzen,
und ich fühle, dass wir, moralisch wie physisch, denselben Lebensquell
teilen. Ja, ich liebe Sie, und Sie zweifeln nicht mehr daran; es gab ein
Gefecht, und Sie haben triumphiert, und ich bin an den Streitwagen des
Siegers gebunden. Unsere Rollen haben sich verkehrt, aber gehen Sie
sanft mit mir um in meinem neuen Zustand der Sklaverei. Sie wissen
noch nicht, welche Verpflichtungen Sie sich da aufgeladen haben.
Mein ganzes Leben ist Ihnen gegeben, und Sie haben mit angesehen,
wie beständig mein Herz ist. Ach, da es sich doch für so lange Zeit der
alleinigen Vorstellung verweigert hat, keinen anderen als Sie zu lieben,
einen andern zu vergessen, wer kann es da je von Ihnen loslösen?
Lassen wir diese unseligen Gedanken und sprechen Sie zu mir von
nichts anderem mehr als von dem Tag, von der Stunde, da wir uns
wieder vereinen.



Liebesbrief von Germaine de Staël an Adolf Ludwig Ribbing

Montag 4. August


Welch schönen Brief habe ich gestern des Abends von meinem Adolphe
erhalten! Ich hatte einen weiteren heute Morgen gehofft, aber ich muss
mich über das freuen, was ich habe. Deine ganze Seele breitet sich vor
mir aus. Ach, mein Adolphe liebt mich, denn es ist seiner unwürdig, sich
solchermassen auszudrücken, wäre er nicht entschlossen, zu mir
zurückzukehren und mein Leben an das seine zu binden.
Du kannst mich vergessen, eines Tages meine ergebene Seele von Dir
zu stossen, aber die Wahrheit verraten, dazu bist Du nicht fähig, niemals!
Fragen Sie mich nicht, mein lieber Adolphe, ob ich seit Ihrer Abreise nicht
einen Sinneswandel hatte. Diese meine scheinbaren Launen sind aus
meinen Kämpfen geboren, doch es gibt auf der ganzen Welt kein Herz,
das anhänglicher, beständiger ist als das Deiner Freundin.
Mein Innerstes schmerzte, als Sie mich verlassen haben. M. de Narbonne
hat sich schon genau der Sprache befleissigt, die ich fürchtete; aber
weisst Du, wie ich mich dabei gefühlt habe? Ich fühlte mich gestärkt bei
dem Gedanken, dass ein anderer ein Recht auf mich hat, und ich habe
mich darüber verwundert, dass mir das Glück beschieden worden ist,
in dem Ersten unter allen Männern Gefühle für mich erweckt zu haben. [...]
Doch mein Herz, das so viel ums Leiden weiss, mein Herz, das nun mehr
liebt as es jemals zuvor geliebt hat, dieses Herz muss sich Ihrer aufs
Neue versichern, Ihres Wesens und des neuen Bandes, das Sie so
gütig sind, zwischen uns zu knüpfen. Sie haben mir einen heiligen
Namen gegeben, einen Namen, den ich vielleicht erlangen werde,
einen Namen, dessen ich bereits würdig bin.



Liebesbrief von Germaine de Staël an Adolf Ludwig Ribbing

Coppet, 30. November


Du hast ganz recht, mein einziger Freund, mein engelsgleicher Adolphe,
wenn Du Dich über meine wilden Wutanfälle lustig machst. Und du hast
sogar noch mehr recht, wenn Du Dir sicher bist, dass der Frühling, wenn
er Dich mir wiederbringt, jede Spur meiner Ressentiments verwischen
wird. Dich wiedersehen, Dich wiedersehen! Ach, soll dieses Glück mir
tatsächlich beschieden sein? Das Blut stockt mir in den Adern, wenn
meine Fantasie, die doch so oft so düster ist, sich für einen Moment
daran versucht, sich auszumalen, wie mein Adolphe die Tür zu einem
Zimmer öffnet, in dem ich sitze, wie jenes himmlische Angesicht dann
alles erleuchtet, was mich umgibt - dass er da wäre! Ach, mein Gott!
Dass das Wissen um diese Deine Macht Dir die Sorge um alles nehmen
möge, nur um meinen Schmerz nicht! Es kann doch nicht in Deinem
Sinne sein, dass ich mich gräme! Du kannst doch nicht wirklich närrisch
genug sein, von mir zu verlangen, dass ich meinen Freund nicht in eine
Schreibmaschine verwandle! Ich würde ja eher meine Literatur aufgeben,
die mich so auszeichnet, und der Behauptung zustimmen, Achilles wäre
kein Homerer! Aber ist einer eine Maschine, wenn er an seine Freundin
schreibt? Ist es eine Qual für ihn, zwei Stunden in der Woche zu opfern,
um ihr grossen Schmerz zu ersparen und ihr eine ganz ausserordentliche
Freude zu machen? Ich wüsste doch nicht, was sonst im Leben eines
jedweden Mannes mehr Wert trüge, als einem zarten Wesen tiefe Pein
zu ersparen! [...] Ich wünschte, es wäre Ihnen ein Bedürfnis mir zu
schreiben; ich akzeptiere, dass Sie es für mich tun. [...]
Es ist unerlässlich für mich, dass Sie mich lieben - und ich brauche
jeden einzelnen Beweis, dass Sie es auch tatsächlich tun.



Liebesbrief von Germain de Staël an Adolf Ludwig Ribbing

3. März 1795


Sie hatten mir ein Wort zu sagen den M. de Narbonne und Benj.
Constant betreffend. Diesen beiden Themen wende ich mich jetzt zu.
Was M. de Narbonne anbelangt, ich glaube, den hat - ich bitte Sie! -
Mme de Laval für sich gewonnen, und diese Verbindung hat den alten
Hass, den diese Frau gegen mich hegt, aufs Neue entflammt; sie hat
ihn dazu angestiftet, sich unmöglich gegen mich zu verhalten, überall
herumzuerzählen, dass ich Sie liebe und dass ich Sie sogar heiraten
wolle. [...] Ach, was für ein Ende für eine Beziehung, für die ich mich so
aufgeopfert habe, wie ich es tat! Er sagt, dass meine Gefühle für Sie an
allem schuld seien. [...] Und was Ben. Constant angehe: Das ist eine
unsinnige Leidenschaft, und er stellt mir ganz furchtbar nach. Er stösst
sich den Kopf an meinem Rocksaum, wenn ich ihn anhebe, um aus
meinem Zimmer zu gehen. Er treibt mich noch nach Paris, gegen meinen
Willen, wenn Sie nicht kommen. Er ist ein ungeheuer geistvoller, und
ausserordentlich hässlicher, Narr, aber eben doch ein Narr. Er auf der
einen und M. de Narbonne auf der anderen Seite treiben mich soweit,
nicht länger mit Ihnen in der Schweiz bleiben zu wollen. Sei dem, wie
es wolle - Es ist mir alles gleichgültig, wenn ich Sie nur sehen kann.

- Germaine de Staël 1766-1817, französische Schriftstellerin -


Quelle: Liebesbriefe grosser Frauen, © marixverlag GmbH Wiesbaden,
4. Auflage 2011, Seite 109-112.

Hier veröffentlicht mit Bewilligung des Marixverlages Wiesbaden 2011.


_______________________________________________________________


Liebesbriefe großer Frauen: Nimm meine Seele und trinke sie?





Marix Verlag


_______________________________________________________________








Mehr Liebesbriefe

Bettina von Arnim an Goethe
Charlotte von Kalb an Jean Paul
Paula Modersohn-Becker an Otto Modersohn
Schiller an Charlotte Lengefeld
Voltaire an Marie-Louise Denis
Liebesbrief von Friedrich Schlegel




Link-Tipps

Germaine de Staël
Leben und Werke.

Germaine de Staël Quellenliste
Quellen und Volltexte (Französisch).

SATW Germaine de Staël
Das Programm "Germaine de Staël" fördert die Zusammenarbeit
zwischen französischen und schweizer Forschern.

Biografie Germaine de Staël
Eine Biografie von Dieter Wunderlich.

Germaine, Leidenschaft und Macht
von Birgit Urmson.

Liebeskummer Sprüche
Einfühlsame Liebes- und Liebeskummer Sprüche.








Weitere Liebesgedichte und Prosa

Prosa Gedichte Erzählungen Liebesgedichte
Liebesbriefe Liebessprüche Geschichten
Liebe Gedichte Kurzgeschichten
Freundschaft Geburtstag Zitate
Hochzeit Brentano Goethe
Rilke Danke Sehnsucht
Muttertag Abschied
Liebeskummer




nach oben