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zitat

Jedes Ich ist Persönlichkeit,
folglich geistige Individualität.

- Jean Paul -

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Schöne Liebesbriefe von der deutschen Schriftstellerin Charlotte von Kalb an den deutschen Schriftsteller Jean Paul.

Sommer 1796

Sind Sie Ihres Versprechens eingedenk? Kommen Sie heute und um
welche Minute? Ich habe Ihnen viel zu sagen.
Charlotte K.
Ich werde um fünf Uhr zu Herders kommen. Die Erde trägt mich
geduldig, und den Himmel, den fand ich im Äussersten wieder in
Ihren Schriften und die Quelle des Ewigen in Ihnen.
Sie sind kein Magnet; wer, wer darf so lästern? -
Ich grüsse den Unsterbichen!



Liebesbrief von Charlotte von Kalb an Jean Paul

Dezember 1798


Ich fange an zu zittern, und Todeskälte umfasst mich. Ich kann nichts
tun, bis ich weiss, ob Sie den Abend kommen. Schreiben Sie bald,
damit ich weiss, ob ich auch schreiben und arbeiten kann. Oder ob -
ach - denke Dir das Widrigste, das ist es.
Die Billette, die so spät kommen, sind immer Todesboten. Was ich
zu sagen habe, ist sehr bedeutend. Mich hat ein Wort mit dem
ganzen menschlichen Geschlecht bekannt gemacht und mich in ein
anderes Verhältnis mit ihm gesetzt, bei dem es ewig bleibt. Deiner
Seele darf es nicht verborgen bleiben.
Meine Seele wird ruhig sein. Ich werde aber auch diese Wahrheit
sagen von mir und andern, und es wird, was ich einst sagte, ein
Testament. Sie werden von nichts hören als was von der Wahrheit,
der Güte kommt. Ich will dann auch lange keinen Besuch von Ihnen
erwarten; so wollen, sollen Sie mich auch nie wiedersehen! -
Ch.



Liebesbrief von Charlotte von Kalb an Jean Paul

undatiert


Dass ich meine Lippen auf die Wunden Deines Herzens legen werde.
Sei still, liebe Seele! Ich habe seit gestern um 10 Uhr nichts anderes
gedacht.
Werde ruhig und hoffend! Bei der ewigen Wahrheit, bei meiner Seligkeit,
ich will es werden. Prüfe Dich nur, was Deine Liebe für mich Dir ist.
Ob sie Deinem Herzen unentbehrlich ist, ob sie unendlich ist. Es ist mir,
als hörte ich nur meine Liebe. Von einem mächtigen Geist vernichtet
zu werden, ist viel erhabener als die höchste Ehre, Genuss und Fülle,
so die Welt geben kann. O nimm micht auf, damit ich sterben kann,
denn ich kann entfernt von Dir nicht leben und nicht sterben.
Heiliger Gott, gib Deinem Unsterblichen alles - alle die Seligkeit, die
Deine Erschaffenen entbehrten, alle die Seligkeit, die sie verkennen!
Gib ihm mein Herz, gib ihm meine Wonne! Lass mich nur in seiner Nähe,
dass ich sein Antlitz schaue! Lass mir den Schmerz, lass mir die Tränen
um ihn!
Ach, komme, ich beschwöre Dich um meine Seligkeit, komme jetzt,
Du wirst Ruhe finden! Lass mich nicht in den fürchterlichen Leiden
allein! bis den Abend kann ich's nicht tragen.
Lieber den Tod.
Ch.



Liebesbrief von Charlotte von Kalb an Jean Paul

16. Juni 1799


Als ich allein auf der Landstrasse fuhr, war mein Gedanke mit wenigen
Personen beschäftigt. Ich dachte an Paul zweimal, und den dritten Teil
meiner Zeit erfüllten die anderen Bekannten meiner Seele. Ach, ich war mir
eines solchen freien, ruhigen, voll Liebe und Gedanken erfüllten Gemütes
bewusst, dass ich selbst von meinem willenlosen und hoffnungslosen Wesen
innigst bewegt war. Ach nein, doch hoffnungsvoll, denn Du wirst mich immer
lieben, und was fehlt mir dann zum höchsten Glück als Deine Gegenwart?
Keine Gegenwart hat Bedeutung ohne die Liebe. Sie ist das Licht, ohne
das kein sterbliches Wesen eine Seele erkennen kann. Es gibt nichts
Schmerzlicheres als die gleichgültige Gegenwart eines Wesens, das sonst
uns nahe war, das einst zu unserm Herzen sagte: Du bist mein.
´Die Zeit ist vorbei, in der wir nicht liebten, uns nicht kannten - jetzt ist die
Ewigkeit, in der wir's tun´, das ist die schönste Zeile Deiner Hand, die ich
besitze. Als ich neulich Deine Briefe wieder las, haben diese Worte einen
hohen Mut mir gegeben, und Du hättest schwören können, ´ich liebe
Charlotte nicht´ - ich hätte geschworen, er liebt mich dennoch. Wir werden
die Welt verlassen, in der wir uns nicht erkennen und lieben konnten.
Du wirst die Geliebte Deines Herzens zu Dir rufen, und unter ihnen auch
mich; meine Liebe wird erscheinen dürfen, leicht, gefällig, innig und tätig,
huldigend und belohnend. Du wirst mich nicht mehr verkennen, und in
dieser Stimmung liegt alles, was meine Seele verlangt [...]



Liebesbrief von Charlotte von Kalb an Jean Paul

17. Juni 1799


Du hast mir oft Schmerzen gegeben! Dichterbiographen wie Du, das heisst,
wie Du allein bist, sehen, fassen, bilden, zeichnen und schaffen tief die
Menschheit. Aber die Wirklichkeit eines festen, unzerstörlichen, liebenden
Gemüts fassen sie nicht. [...] O, das Herz des Menschen, welch ein stolzes
und verzagtes Ding! Ich verzage nicht an meinem Herzen, aber verstummen,
erstarren wird es wohl müssen, denn das Herz, die Liebe bildet hier auf
Erden nur den Geist zu höheren Begriffen, und mangelnd und unbeseligt
wird mein Geist das Leben verlassen. Ja, mein Teurer, ich sage Dir jetzt
nicht, wie oft ich gelitten habe, wie zerstörend, so dass ich mein Herz Deiner
Gewalt entziehen müsste (wenn Du es nicht haben willst), als länger den
Tod der Liebe so oft zu schmecken. Denn sie erwacht immer wieder in
Deiner Gegenwart, ach, leider auch durch Deine Bücher [...]. Du bist nicht
schuld daran, ich weiss es wohl, verzeih also meine Klage. - Du bist nicht
schuld daran. - Du bist, das weiss mein Herz, und darum will es zu Dir! -
Wenn einst glücklicher ich neben Dir ruhe, will ich Dir vieles erzählen,
und dann wird die Träne der Wehmut sich mit den Tränen der Freude
mischen, dann küssen wir die letzten Zeichen unserer vergangenen
Leiden innig von den Wangen, und keine ähnlichen Klagen erpressen
je wieder diese Zeugnisse einer ewigen Liebe! [...]

- Charlotte von Kalb, deutsche Schriftstellerin, 1761-1843 -


Quelle: Liebesbriefe grosser Frauen, © marixverlag GmbH Wiesbaden,
4. Auflage 2011, Seite 79-82.

Hier veröffentlicht mit Bewilligung des Marixverlages Wiesbaden 2011.


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