Wer eine unglückliche Liebe in Alkohol ertränken will, handelt töricht. Denn Alkohol konserviert.

(Max Dauthendey)

Liebesgedichte von Max Dautendey

Schöne bekannte und unbekannte Liebesgedichte und Sprüche von dem bekannten deutschen Dichter, Schriftsteller und Übersetzer.

Juli

Nun ist es Sommer den ganzen Tag,
Den ganzen Tag man nur küssen mag,
Und alle die Rosen, die müssen
Satt duften zu unseren Füßen.

Nun bleibt es Sommer den ganzen Tag,
Den ganzen Tag ich im Himmel lag,
Dort tat man sich paarweise küssen
Und satt lag die Erde zu Füßen.

Nun ist es Sommer Nacht und Tag,
Und Nacht und Tag man nur küssen mag;
Von allen heißen Genüssen
Ist Anfang und Ende das Küssen.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

Die letzte Sonne sah uns ins Gesicht

Wir sassen am Feldrand und sahen ins Land,
Die Erde schien ausgestreckt wie eine schwielige Hand,
In ihren Runzeln und Hügeln ein Haus manchmal stand.
Die letzte Sonne sah uns ins Gesicht,
Sie färbte uns bräuner mit bronzenem Licht;
Wir wurden wie Köpfe, die man auf Münzen sticht.
Dann versanken die Bäume und wichen aus,
Die Felder verlöschten, es schwand Dorf und Haus,
Und die Mondsichel wuchs aus den Ähren heraus.
Es raschelt im Korn und knirscht noch ein Stein,
Es fielen noch Rufe ins Dunkel hinein, -
Dann durften wir Schulter an Schulter im Endlosen sein.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

S P R U C H - Z I T A T
Dass Du weisse Haare hast – so viele, wie ich jetzt habe, das tut mir nicht weh, das liebe ich, dass die Zeit uns zeichnet und das Alter uns würdig macht, mein teurer Schatz. Ob du alt und verrunzelt bist, wie ein alter vertrockneter Nussknacker, das ist mir gleich, wenn nur Deine Seele nicht armselig unbedeutend wird. Sonst ist mir alles lieb, was die Zeit unserem Leben antun muss. Das ist mir heilig.

(Max Dauthendey)

Wenn wir lieben

Wenn wir lieben, sind wir zeitlos,
Liegen bei den tiefsten Feuern,
Sehen dann von Ferne bloss,
Dass die Lebensstunden sich erneuern.

Werden wie die Gottheit gross,
Fühlend in die Höhen, Tiefen, Breiten,
Wissend alles, was vorüberfloss
An den Quellen der Unendlichkeiten.

Wissend, liebend jed' Geschehen,
Mitgeniessend alles, was die Welt genoss,
Sehend, ohne mit dem Aug' zu sehen,
Untergehend und bestehend Schoss im Schoss.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

S P R U C H - Z I T A T
Ich liebe Dich zu allen Zeiten mit und ohne Haare. Man hat doch als sechsten Sinn den Liebessinn, der nicht hört und nicht sieht, der nur lieben kann dort, wo er liebt. Wie gern wäre ich neben Dir beim Griesbrei im Häuschen bei uns und bei Deinen weissen Haaren.

(Max Dauthendey)

Überall blüht nun die Liebe

Überall blüht nun die Liebe,
Laß uns in die Gärten gehn,
Wo die kleinen frommen Primeln
Zärtlich schon in Paaren stehn.

In den Gärten, wo die Schritte
Und die Worte nicht mehr eilen,
Wo die Träume unter weißen süßen Bäumen
Wie in lauter Wolken weilen.

Viele kleine trunkne Vögel
Kommen dir ans Herz geflogen,
Sind vom Land, wo Honig fließt,
Mit der Sonne hergezogen.

Lausche mit versunknem Auge,
Meine Lippen wollen schwören.
Gib Erhörung meinen Lippen,
Meinem ewigjungen Sehnen
Gib Betören.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

S P R U C H - Z I T A T
Leben heisst Sehnsucht verehren.

(Max Dauthendey)

Bleibt die Geliebteste zu lang aus

So viele Haare,
So viele Gedanken
Sich sonst um meinen Schädel ranken.
Doch heut nach meiner Gedankenzahl
Bin ich am Schädel ratzekahl.
Die Sehnsucht hat mir ohn' Gewissen
Das letzte Härlein ausgerissen.
Und wie des Müllers Esel dumm
Trag ich als Sack mein Hirn herum.
Alles, was ich im Leben verstund,
Hält vor der Sehnsucht erschreckt den Mund.
Die Worte fallen wie Balken schwer,
Gedruckte Bücher sind plötzlich leer,
Und bleibt die Geliebteste zu lang aus,
Sitze ich ganz verblödet im Haus.
Alles werd' ich wieder neu lernen müssen,
Vielleicht sogar lieben und küssen.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

Weil ich deinen Kuss noch fühle

Schwüle geht im Herzen um,
Weil ich deinen Kuß noch fühle.
Geh' ums Leben heut herum,
Möcht' kein Wörtlein von mir geben,
Nur das Herz möcht' mir entschweben,
Lippen blieben gerne stumm.
Tragen von der Liebesstund
Noch die süße Blüte und
Alle Glieder sagen warm:
Arm macht niemand je mich wieder.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

S P R U C H - Z I T A T
Bin ein gestorben Herze, das tot noch liebt und schlägt.

(Max Dauthendey)

Mein Herz als Mond verkleidet

Rühr' im Schlaf an deine Wangen,
Hangen Tropfen an den Kissen,
Du und ich allein nur wissen:
Unser Sehnen hat vereint
Heiß sich in den Schlaf geweint.

Ach, mein Herz wie's liebt und leidet!
Spür es leis als Mond verkleidet
Weiß an deiner Tür.

Sehnsucht muß mit hellen Händen
Noch im Schlaf dein Zimmer blenden,
Und die blanken Scheiben schicken
Blicke, die tags dunkel bleiben;
Wo sie ungesehen fielen,
Steigen Lichter aus den Dielen.

Schweigen müssen Uhr und Zeit,
Sehnsucht spielt auf blauen Geigen,
Und wie einst auf Märzenauen
Werden Balken in den Räumen
Wieder kühn zu Knospenbäumen.
Und auch taut im Mond wie Eis
Lautlos deines Spiegels Glas,
Will mir Heimlichkeiten zeigen,
Die der Spiegel nie vergaß,
Er, der zärtliche Vertraute,
Der nur lebt von deinen Augen
Und in deine Sehnsucht schaute.
Dicht an deinen weißen Wangen
Will ich deinen Atem fangen.
Was die Scham mir nicht gestand,
Küß ich aus dem Schlaf der kleinen, zagen, zahmen Hand.

Rötet Morgen sich im Land,
Auf dem roten Dach der Welt
Tötet sich der Mond gelassen;
Und wer ahnt in lauten Gassen,
Daß, wo Sehnsucht hingestellt,
Sich noch nachts das Pflaster hellt,
Und mein Herz, als Mond verkleidet,
Nächtlich blinde Wünsche weidet.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

S P R U C H - Z I T A T
Warum bleibt stets die Sehnsucht wach?

(Max Dauthendey)

Möchte deinem langen goldbleichen Haar

Möchte von deinem langen goldbleichen Haar
Ein Lager mir bekleiden.
Seide wäre Stroh, Sammet - Igelhaut,
Aber dein Haar ist wie ein Wolkenbett,
Wie man's am Abend gleißend nur im Äther schaut. -

Nein, dein Haar ist mehr, ist mehr,
Dein Haar ist wie ein Strom der goldenen Maienluft
Geschwängert von den Küssen junger Liebe.
Will meine Augen mit deinem Haar verbinden,
Will erblinden, in seinem Gold erblinden...

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

S P R U C H - Z I T A T
Alle Kunstwerke erinnern dich an dein inneres Leben.

(Max Dauthendey)

Für dich

Möcht' mich als Staub vor die Füsse dir legen,
Will dich bewegen wie die Winde das Laub,
Wollt' Küsse dir geben, soviel Tropfen im Regen,
Liebe ist blind, doch du Geliebte bist taub.

Hätte ich Hände, soviel Blätter die Bäume,
Sie alle sollten für dich nur sich regen.
Für dich sterb ich stündlich im Lied meiner Träume
Und kann mich selbst nur im Traum noch bewegen.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

Mit Uhren zählt man nur die Qualen

Mein Ohr belauscht die Nacht,
Der Fluß rauscht mild.
Kein Wind kommt aufgebauscht,
Die Stille Blicke mit der Stille tauscht.
Ich höre alle Uhren schlagen mit Bedacht,
Die dir die Stunden laut vorrechnend sagen.
Mit Uhren zählt man nur die Qualen.
Der Glückliche hat alle Uhren satt und kann es wagen,
Nach Lust zu leben ohne Zifferblatt und Zahlen.

(Max Dauthendey, 1867-1918, deutscher Dichter, Maler und Schriftsteller)

> Quelle: deutsche-liebesgedichte.de

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